Es waren einerseits die großen Momente, die das Jubiläum besonders auszeichneten, vor allem jedoch die kleinen Zeichen, wie z. B. herzliche Umarmungen und große Freude über das Wiedersehen mit einstigen Weggefährten. Dabei haben gleich mehrere ehemalige Spielerinnen, Spieler und Trainer Anfahrtswege von über zwei Stunden in Kauf genommen, um an den Feierlichkeiten teilnehmen zu können. Und bereits am Freitagabend wurde im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung deutlich, dass „100% Familie“ nicht nur ein Schlagwort ist, sondern über alle drei Tage hinweg gelebt wurde.
Grandioses Jubiläumswochenende der SGB Handball
Am vergangenen Wochenende feierte die Handballabteilung der SG Bettringen ihr 100-jähriges Jubiläum unter dem Motto „100% Handball, 100%Familie, 100% Wir“. Dabei stand an allen drei Tagen der Sport in der großen Uhlandhalle sowie beste Unterhaltung, Informationen, Austausch und Zusammenkünfte in der kleinen Uhlandhalle im Mittelpunkt.
Knapp drei Stunden vor der Eröffnung trafen sich die Protagonisten des Abends mit Fernsehmoderator Michael Antwerpes, um dem Programm den letzten Schliff zu verpassen. Beim Sektempfang vorab konnten die Gäste auf einer von der Firma Bosch gesponsorten LED Leinwand Bilder der letzten Jahrzehnte bestaunen. Pünktlich um 19 Uhr stand Antwerpes schließlich auf der Bühne in der kleinen Uhlandhalle und als Intro wurde ein Drohnenflug über die Uhlandhalle mit der Begrüßung von Maskottchen „Leo Löwe“ als Film vorgeführt. Antwerpes und Abteilungsleiter Andreas Weber begrüßten danach die Gäste, darunter unter anderem den Landtagsabgeordneten Tim Bückner, den Ersten Bürgermeister Christian Baron, Ortsvorsteher Karl-Andreas Tickert sowie den Bezirksvorsitzenden Handball Klaus Pantleon. Großer Auftritt dann für die jüngsten Handballer: angeführt von Leo Löwe liefen die Minis, F- und E-Jugend fahnenschwenkend zum Handballsong ein und wurden auf der Bühne von Michael Antwerpes in Empfang genommen. Dieser ließ es sich auch nicht nehmen, mit den Kindern erste Interviews zu führen.
Ein weiterer Filmbeitrag mit der Chronik über 100 Jahre Handball in Bettringen von Thomas Schübel rundete die erste halbe Stunde ab, ehe Fabio Emele mit der Gitarre die Vereinshymne „Wer hat die Welt so schön gemacht, ...“ anstimmte und die Anwesenden lautstark mitsangen.
In einer ersten Talkrunde mit Christian Baron, Klaus Pantleon, Karl-Andreas Tickert, Gesamtvorstand Johannes Barth und Kapitänin Anja Schwenk waren Sportstätten im Renovierungsstau, Vereinstreue und Ehrenamt die zentralen Themen, ehe ein weiteres ausdrucksstarkes Video mit Glückwünschen von diversen Handballgrößen (darunter auch Ex-Nationaltrainer Heiner Brand sowie die ehemalige niederländische Spielertrainerin Femke Verboven) von Dominik Bretzler den ersten Teil des Abends beendete.
Nach einer kurzen Pause gab es Filmausschnitte von Faschingsveranstaltungen der letzten Jahre sowie eine Live-Einlage des Teams „Fasching“ unter der Leitung von Nico Kurfess. Und auch hier konstatierte Moderator Antwerpes, dass hinter der Abteilung weit mehr als nur Handball steckt.
In einer zweiten Talkrunde versammelte Antwerpes mit fünf Personen gleich drei Generationen auf der Bühne, welche die Abteilung geprägt haben und aktuell mitgestalten und befragte diese zu Vergangenheit und Zukunft. Vor allem die beiden jüngsten Interviewpartner, Lena Kurz und Fabio Emele äußerten dabei die Hoffnung, dass die aktuell großartige Stimmung weiter Bestand hat und sogar noch weiter ausgebaut wird.
Ein weiteres Video über die 2B PRO Handballcamps der letzten Jahre verdeutlichte am Ende, wie viele ehrenamtliche Trainer und Helfer es bedarf, um drei Tage lang über 120 Kinder und Jugendliche zu betreuen.
Weit über zwei Stunden vergingen so wie im Flug, ehe Michael Antwerpes von Andreas und Joachim Weber mit kleinen Gastgeschenken verabschiedet wurde, darunter ein SGB-Jubiläumstrikot, das er vielleicht in einer seiner nächsten Moderationen bei „Sport im Dritten“ präsentieren wird.
Zum Abschluss des Tages gab es noch Live-Musik von Fabio Emele, der die Gäste bis nach Mitternacht unterhielt.
Zunächst ganz im Zeichen des Handballsports stand der Samstag:
in der großen Uhlandhalle standen drei Punktspiele der HSG-Teams auf dem Programm, die vor tollen Kulissen und unter dem Jubel der Anhänger allesamt mit Siegen für die Roten Löwen endeten.
Sportliches Highlight war schließlich das Charity-Spiel der von den Weltmeistern Christian „Blacky“ Schwerzer und Torhüter Henning Fritz angeführten All-Stars gegen die Herren der HSG. Und wer gedacht hatte, dass die Routiniers von den „jungen Wilden“ der HSG Bargau-Bettringen überrannt würden, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Hinten stellten die All-Stars mit durchschnittlich 1,90 Meter Höhe eine schier unüberwindbare Abwehrwand, hinter der im ersten Durchgang Torhüter Henning Fritz immer wieder seine Klasse aufblitzen ließ. Seine Paraden führten dazu, dass schon nach kürzester Zeit „Henning, Henning“-Rufe von der Tribüne schallten. Und im Angriff begeisterten die ehemaligen Profis mit teils blindem Kombinationsspiel und letztlich äußerst harten und platzierten Würfen. Die beiden Schiedsrichtergespanne (Andreas u. Jannick Weber in Halbzeit 1 sowie Noah Hartmann und Fabio Emele im zweiten Durchgang) hatten mit der kurzweiligen und insgesamt sehr fairen Begegnung keinerlei Probleme und konnten sogar auf die Sonderwünsche der All-Stars eingehen. So zum Beispiel, als nach einer Viertelstunde die erste Zeitstrafe gegen einen HSG-Akteur verhängt wurde, diese aber nach Aufforderung von Henning Fritz durch zehn Liegestützen des betroffenen Spielers sofort wieder beendet war. Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Routiniers tonangebend und vergrößerten ihren Vorsprung kontinuierlich bis zum 34:24 Endstand. Kuriosum kurz vor Ende der Partie: eine völlig harmlose Abwehraktion der All-Stars ahndeten die Schiedsrichter noch mit einem Strafwurf und so erhielt der 62-jährige ehemalige Nationaltorhüter Michael Krieter auch noch einen Kurzeinsatz, konnte letztlich aber den Torerfolg nicht verhindern. Im Nachgang zeigten sich alle Zuschauer von der Fitness der Ex-Profis tief beeindruckt und spendeten allen Akteuren auf dem Feld langanhaltenden Applaus. Vor der abschließenden Übergabe der Spendenschecks (insgesamt konnten 8.000 Euro an vier verschiedene soziale Projekte übergeben werden, darunter an den Bunten Kreis in Gmünd sowie das Kinderhospiz in Stuttgart) erläuterte Charity-Initiator Christian Schwarzer noch die Beweggründe seiner Mitstreiter. „Zu unseren aktiven Zeiten als National- und Bundesligaspieler waren wir durchaus privilegiert. Gleichzeitig haben wir aber auch landauf-landab mitbekommen, dass es viele Menschen und insbesondere Kinder gibt, denen es gar nicht gut geht. Und so haben wir beschlossen, unseren Bekanntheitsgrad zu nutzen und mit unseren Auftritten Spendengelder für kranke und benachteiligte Kinder und deren Familien einzusammeln.“ Bei seinen Ausführungen kullerten dem einen oder anderen Zuschauer die Tränen über das Gesicht, ehe bei der Übergabe der Spendenschecks nochmals tosender Applaus ausbrach, der nicht mehr enden wollte.
Danach gab es für alle Teilnehmer des Charity-Spieles ein gemeinsames Essen, bevor die All-Stars sämtlichen Selfie- und Autogrammwünschen geduldig und bereitwillig nachkamen.
Anschließend begann wiederum in der kleinen Uhlandhalle mit „Bruck & Schwenk“ die lange Partynacht, zu der sich sukzessive auch mehrere All-Stars einfanden und bis nach Mitternacht mitfeierten.
Am Sonntag schließlich fand bei einem Weißwurstfrühstück der „Generationentreff“ statt, zu dem sich auch Oberbürgermeister Richard Arnold einfand. In seinem Grußwort verwies Arnold auf die stets gute Zusammenarbeit mit der SG Bettringen, betonte die Bedeutung des Gemeinschaftsgefühls sowie das große ehrenamtliche Engagement und wünschte der Abteilung für die Zukunft alles Gute. Cheforganisator Joachim Weber bedankte sich bei allen Helfern, Unterstützern, Sponsoren und Gästen, die letztlich zum perfekten Gelingen dieses Jubiläums beigetragen hatten. Umrahmt wurde der Vormittag musikalisch durch Live-Musik von „2b Böhmisch“ sowie einem Einakter mit „Handballweisheiten“ und lustigen Anekdoten auf und neben dem Spielfeld.
Und so blieb bis in den späten Nachmittag hinein auch noch genügend Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen und sich in gemütlicher Runde mit alten Weggefährten auszutauschen.